Zu AC/DC nach Berlin

27.06. - 01.07.2025

Schon 2024 war AC/DC in Deutschland unterwegs und haben auch ein Konzert auf dem Stuttgarter Wasen gegeben. Ich hätte Karten bekommen, doch es gab keine Sitzplätze. Hansi hat Rücken und kann nicht so lange am Stück stehen. Später hat er sich dann tierich geärgert, dass wir nicht hin gegangen sind.

Und dann kam AC/DC auch 2025 noch einmal nach Deutschland. In Karlsruhe und Düsseldorf gab es nur Stehplätze. Doch das Konzert in Berlin war im Olympia-Stadion - mit Sitzplätzen. Gelesen - gebucht. Und da hat es sich natürlich angeboten, noch ein paar Tage länger zu bleiben, um sich Berlin anzuschauen. Hansi war in den 80er Jahren schon einmal in Berlin, ich noch nie.

Flug und Hotel waren schnell gebucht. Und das Programm drumherum war auch schnell klar: Alexanerplatz (da war ja unser Hotel), Fernsehturm, Brandenburger Tor, Reichstag, eine Schiffahrt auf der Spree, Essen bei dem ein oder anderen Fernsehkoch, Checkpoint Charlie und Reste der Berliner Mauer. Somit konnte unser Städtetripp beginnen.


Berlin - Freitag, 27.06.2025

Heute geht es los - wir fahren - nein, wir fliegen - nach Berlin. Wir müssen früh raus, weil der Flieger bereits um 10 Uhr abhebt. Wie lange sind wir schon nicht mehr geflogen? Das letzte Mal 2019 nach Island. So lange her!
Pünktlich um 11.20 Uhr sind wir in Berlin gelandet, unser Koffer war auch schon da und so ging es gleich ab zur S-Bahn. Boh, die Bahn war voll und nicht klimatisiert und es hat fast eine Stunde gebraucht, bis wir - ohne Umsteigen - im Park Inn, unserem Hotel angekommen sind.  Wir konnten zum Glück gleich einchecken und dann ging es erst einmal ab in unser Zimmer im 32. Stockwerk - mit Blick auf den Fernsehturm. Für 20 Euro/Nacht haben wir uns ein upgrade in die oberen Etagen gegönnt - das hat sich definitiv gelohnt.
Nachdem wir uns eingerichtet und etwas relaxed haben, ziehen wir für eine erste Runde in Berlin los. Alexanderplatz mit der Weltzeituhr, weiter zum Roten Rathaus, zur St.Marienkirche und zum Neptun Brunnen. Den Fernsehturm und unser Hotel immer im Blick. Verlaufen konnten wir uns also nicht.
Dann am Nikolai-Viertel vorbei an die Spree und zum Museumsviertel. Das ist so benannt, weil es hier nur so wimmelt von Museen. Zuerst geht`s zum Humboldt-Forum im Berliner Schloss, das erst 2020 eröffnet wurde und dort aufgebaut wurde, wo früher der Palast der Republik stand. Dann geht es weiter durch den Lustgarten mit Blick auf den Berliner Dom und das Alte Museum zum Neuen Museum und dem Kolonnenhof und dann wieder zurück an die Spree.
Dort haben wir uns erst einmal in einem Biergarten etwas zu Essen und Trinken verdient. 
Der Fernsehturm hat uns dann den Weg zurück ins Hotel gewiesen. 
Doch das war noch nicht alles für heute: Für 20.30 Uhr haben wir Tickets für den Fernsehturm. Leider ist das Wetter nicht ganz so toll.
Wir gehen also rechtzeitig wieder los, am Fernsehturm ist nicht viel los, so dass wir nicht lange anstehen müssen. Wir lassen uns Zeit und schauen uns Berlin von oben und von allen Seiten an. Schon toll - alles so schön eben hier. Sind wir gar nicht gewohnt.
Und dann holen wir uns die Curry-Wurst und die Boulette mit Schrippe. Im Juni hat Tim Raue - ein Fernsehkoch mit einem 2 Sterne-Restaurant in Berlin - ein Restaurant namens "Sphere Tim Raue" im Berliner Fernsehturm eröffnet. Es befindet sich im sich drehenden Restaurantbereich, der sich in 207 Metern Höhe befindet. Uusätzlich zum Restaurant gibt es eine Sphere Bar, die ebenfalls exklusive Tim Raue Snacks anbietet, wie eben die Berliner Currywurst oder Boulette mit Schrippe, die wir vorbestellt haben.
Wir haben lange überlegt, ob wir ins Sternerestaurant gehen sollen - das war uns dann aber doch zu teuer.
Wir geniessen die Aussicht und so ein bisschen Sonnenuntergang gab es dann doch. Und dann wanken wir zurück in unser Hotel mit View.
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Berlin - Samstag, 28.06.2025
Wir haben heute wieder volles Programm. Also stehen wir recht früh auf und gehen aber erst einmal in aller Ruhe zum Frühstücken. 
Gegen 10 Uhr fahren wir dann mit der S-Bahn los in Richtung Brandenburger Tor. Da wir heute viel fahren werden, kaufen wir online ein Tagesticket für Euro 10,60 pro Person. Das lohnt sich heute auf jedem Fall.
Zuerst geht es zum Brandenburger Tor am Pariser Platz.
Im Laufe der Geschichte erhielt das Brandenburger Tor besondere Symbolkraft. Mit dem Bau der Mauer im August 1961 fristete das Bauwerk ein einsames Dasein, denn es befand sich fortan im Sperrbereich und konnte weder von Menschen aus dem Osten noch aus dem Westen besucht oder durchschritten werden. Mit dem Fall der Mauer 1989 wurde das Brandenburger Tor zum Symbol der Wiedervereinigung. Am 22. Dezember 1989 erfolgte unter dem Jubel von mehr als 100.000 Menschen die Öffnung des Tores. 
Von dort aus, ist es nur ein Katzensprung zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas, kurz Holocaust Mahnmal.
Das Holocaust-Mahnmal besteht aus einem wellenförmigen Feld aus 2711 Betonstelen, das von allen Seiten durchgehbar ist. Beim Wandeln zwischen den verschieden hohen Säulen und den labyrinthartigen Gängen kommt bei Besuchern vielleicht ein kurzer Moment der Orientierungslosigkeit auf, der Raum für die Auseinandersetzung öffnen soll. Unter dem Mahnmal liegt der Ort der Information, der in Themenräumen die Verbrechen der Nazizeit dokumentiert.
Weiter geht es im Tiergarten, wo es schön schattig ist.
Der Tiergarten ist das grüne Herz Berlins. Zwischen Brandenburger Tor und Zoo bietet der Park mit seinen großen Wiesen und Schatten spendenden Bäumen viel Raum für Erholung, Sport und Freizeit.
Auf dem Weg zum Reichstag kommt man nochmal an der Rückseite des Brandenburger Tors vorbei und auch am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas. Beklemmend.

Berlin - Samstag, 28.06.2025

Dann sind wir auch schon am Reichstagsgebäude am Platz der Republik.
Das Reichstagsgebäude ist seit 1990 Sitz des Deutschen Bundestages und eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Berlins. Vor allem die gläserne Kuppel ist eine Attraktion für Berliner und Touristen. Das Gebäude selbst heißt bei den meisten Menschen nur verkürzt "Reichstag", auch wenn diese Bezeichnung aus dem längst vergangenen deutschen Kaiserreich seine Ableitung findet. 
Mit dem Reichstagsgebäude sind bedeutende Wendepunkte und Ereignisse der deutschen Geschichte verbunden. Am 9. November 1918 rief der SPD-Politiker Philipp Scheidemann vom Balkon am Westportal die Republik aus. 
Am Abend des 27. Februar 1933 ereignete sich der "Reichstagsbrand". Dabei wurden der Plenarsaal und die Kuppel vollständig zerstört. Eine rote Fahne der Sowjetunion, gehisst am 30. April 1945 durch zwei Rotarmisten, symbolisierte den Sieg über das "Dritte Reich".
Die Besichtigung von Kuppel und Dachterrasse ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Anmeldungen können unter www.bundestag.de erfolgen.
Es ist jetzt gerade mal 11 Uhr, wir haben aber erst Tickets für die Besichtigung der Kuppel um 13.30 Uhr. Wir laufen einmal rund um das Gebäude, das an die Spree angrenzt und schauen uns alles an. Wir fragen, ob wir schon früher rein können, doch das ist nicht möglich, weil die Listen für den nachmittag erst später vorliegen.
Was also tun? Wir beschliessen, mit der Buslinie 100 Richtung Siegessäule zu fahren.  
Die Buslinie 100 ist ein "Geheimtipp" für Berlin-Urlauber. Sie fährt viele Sehenswürdigkeiten an und ist um einiges günstiger ist wie der Hopp On - Hopp Off-Bus. Sehenswürdigkeiten werden während der Fahrt zwar nicht kommentiert, dafür ist die Tour eine kostengünstige Gelegenheit eine Stadtrundfahrt im Bus zu unternehmen. Der Bus fährt tagsüber alle 10Minuten, es wird ein Tagesticket für Euro 10,60 benötigt. Weitere Linien, mit denen man gut eine Stadtbesichtigung machen kann, sind die Buslinie 200 und 300. 
Am Schloss Bellevue steigen wir spontan aus, machen ein paar Bilder und fahren dann mit dem nächsten Bus weiter. Hopp On - Hopp Off mit dem Linienbus.
Das Schloss im neoklassizistischen Baustil steht direkt am Spreeufer im nördlichen Teil des Tiergartens und stellt offiziell die Residenz des jeweils amtierenden deutschen Bundespräsidenten dar.
Der nächste Stopp ist dann die Siegessäule. Kurz überlege ich, auf die Aussichtsplattform hochzulaufen, doch es ist einfach viel zu heiss dafür. 
Schon von Weitem glänzt die geflügelte Skulptur auf der Siegessäule im Westen der Stadt. Was eigentlich an die deutschen Siege gegen andere Nationen erinnern soll hat heute längst eine andere Bedeutung: Die Siegessäule ist eng verknüpft mit der Loveparade, denn jährlich fand die Abschlusskundgebung zu den Füßen der Goldelse statt, wie Berliner die Figur der Siegesgöttin meist nur nennen. 
Außerdem ist auf der 69 Meter hohen Säule ein Aussichtspunkt, der einen tollen Blick über den Tiergarten und das nahe Schloss Bellevue verspricht.
Berlin - Samstag, 28.06.2025
Der nächste Bus bringt uns dann zurück zum Reichstag, beziehungsweise erst einmal in einen Biergarten. Wir haben Durst - RiesenDurst. Und ich entdecke Radler für mich. Zisch!!!!
Und dann ist es auch so langsam Zeit, zum Einlass für die Kuppelbesichtigung zu gehen. Will man die Kuppel - oder den Bundestag - besichtigen, so muss man sich vorher anmelden. Am Einlass wird ganz genau geprüft, ob die Daten übereinstimmen. Dann wird der Ausweis verlangt und man muss durch eine Sicherheitsschleuse durch, so wie am Flughafen. Dann wird man von Betreuern zum Aufzug und schliesslich nach oben auf die Kuppel geführt.
Die rund 23 Meter hohe und 40 Meter breite Glaskuppel auf dem Dach des Reichtagsgebäudes ist das Wahrzeichen des Bundestages. Der berühmte Architekt Lord Norman Foster hat sie entworfen, seit 1999 ziert sie das Parlament. Die Glaskuppel besteht aus 3.000 Quadratmetern Glas. Über eine Rampe kommt man auf die Aussichtsplattform, die 40 Meter über dem Boden liegt. Von oben hat man einen tollen Blick über Berlin.
Direkt unter dem Glasdach liegt der Plenarsaal - man kann von oben hineinschauen. Ein riesiger Glastrichter im Inneren der Kuppel wirft Sonnenlicht in den Saal. Genaugenommen handelt es sich um ein trichterförmiges Lichtumlenkelement, an dessen Wänden 360 Spiegel angebracht sind. Sie reflektieren das Sonnenlicht und sorgen für angenehmes Tageslicht im Plenarsaal. Der Trichter sorgt nicht nur für Beleuchtung, sondern auch für Belüftung: Nach oben ist er offen, so dass die Luft, die die Abgeordneten im Saal verbrauchen, entweichen kann. Die Kuppel ist also nicht nur schön anzuschauen, dahinter steckt auch jede Menge ausgefeilte Technik.
Das Verbindungselement zwischen Dachterrasse und Aussichtsplattform stellen zwei spiralförmige gegenläufige Rampen dar, die auf je 230 Metern Länge die Kuppel erschließen. Sie beginnen um 180 Grad voneinander versetzt und werden bei einer konstanten Steigung von acht Prozent an der Innenseite der Kuppel hochgezogen. 
Wow - die Aussicht ist echt bombastisch. Und es geht ein schöner kühler Wind.

Berlin - Samstag, 28.06.2025

Jetzt sind wir aber ganz schön kaputt. Wir sind faul und nehmen dummerweise die Linie 100, um zum Hotel zurückzufahren. Warum dummerweise? Der Bus hält gefühlt alle paar Meter, ist nicht klimatisiert und proppevoll. Uff, endlich angekommen.
Am Hotel staunen wir nicht schlecht. Ich habe eine Reklametafel entdeckt und als ich in die Höhe schaue, wird mir schwindelig. Schaukeln in luftiger Höhe - nichts für mich.
Wir holen uns noch schnell Pommes im Frittenwerk und essen eine Kleinigkeit auf dem Zimmer. Endlich ein kühles Zimmer, ein bisschen Abkühlen. Und dann ging das Telefon! Ich kann es gar nicht glauben: Das ist eine Jobzusage - Ich hab den Job! Tja, da muss ich doch gleich mal unten in der Hotelbar einen vergoldeten Piccolo holen. Prost auf den neuen Job.

Wir haben um 19 Uhr einen Tisch  im Madame Ngo - Une Brasserie Hanoi reserviert. Das ist eines der vielen Restaurants von Duc Ngo, der unter anderem auch ein bekannter Fernsehkoch ist. Also müssen wir noch einmal los.
Auf der Kantstraße kennt ihn jeder und auch über die Charlottenburger Grenze ist Duc Ngo bekannt. Kuchi, Madame Ngo, Cocolo Ramen, 893 – die Liste seiner Restaurants ist lang und wächst mit jedem Jahr um mindestens einen Laden. Seit einigen Jahren gehört auch das chinesisch-französischen Golden Phoenix im Designhotel Provocateur Berlin zu seinen Restaurants. Es folgte das Funky Fisch in den ehemaligen Räumen des Kant Cafés, das jetzt am Walter-Benjamin-Platz ein neues Zuhause gefunden hat. Aufhören wenns am schönsten ist? Nicht bei Duc. Der vietnamesische Gastronom mit dem richtigen Gespür macht weiter und baut sich seit über 20 Jahren sein kulinarisches Imperium in Berlin auf.
Hier fühlen wir uns sofort wohl. Die Sitzbänke scheinen früher mal Kirchenbänke gewesen zu sein, Tisch und Stühle sind Bistro-Style. Die Wand ist blank und an der Decke sieht man die Leitungsrohre - Industrie-Design nennt man so was wohl. Uns gefällt es.
Hansi nimmt Nem Hà Nôi - Frühlingsrollen mit Krebs- & Schweinehackfleisch, Salat, Kräutern, Fischsoßen-Vinaigrette als Vorspeise, ich entscheide mich für Crevettes de Paris -gebratene Garnelen, Crème fraîche, Kräuter, Brot. Beides ist reichlich und mega lecker. Dazu gibt es einen echt leckeren Weisswein.
Dann kommt der Hauptgang. Hansi hat Phở bò tái - rohe Rindfleisch Steakscheiben, Reisbandnudeln und Zwiebeln, übergossen mit Brühe. Ich habe Madame Ngo’s Chicken Rice -  gekochtes Kikok Maishähnchen, Ei, Reis, Pak Choi, Sesamöl, Ingwer, Sojasoße und Hühnersuppe. Beides ist Mega lecker. Ein Nachtisch hat nicht mehr reingepasst.
Wir gehen glücklich und zufrieden nach Hause. Aber irgendwie haben wir noch Lust auf Wein. Tja, da bleibt uns nichts anderes übrig, wie den vergoldeten Wein aus dem Hotel-Angebot zu holen. 23 Euro für einen mittelmässigen Weisswein ist eine Ansage. Aber der ist kalt!
Berlin - Sonntag, 29.06.2025
Heute können wir es etwas langsamer angehen. Wir haben eine Schifffahrt auf der Spree gebucht, die ganz in der Nähe startet - um 11.30 Uhr.
Aber: Für heute ist Regen angesagt. Im Moment ist der Himmel noch strahlend blau. Nach dem Frühstück machen wir uns fertig und laufen langsam los. Wir sind ein bisschen früh dort, das hat aber den Vorteil, dass wir als erste an Bord gehen dürfen. Wir sind mutig und nehmen einen Platz auf dem Deck.
Langsam fahren wir die Spree entlang bis ins Regierungsviertel, dort drehen wir um und fahren gemächlich wieder zurück. Ein Apérol Spritz geht immer - auch wenn es erst mittag ist. Und das Schöne ist: Das Wetter hat gehalten.
Das weitere Programm ist dann eher traurig - die Berliner Mauer und die DDR stehen auf der Agenda. Und wir nehmen wieder eine Tageskarte - so können wir auch mal kürzere Strecken fahren und die Karte auch noch morgen vormittag nutzen - die ist 24 Stunden gültig.
Als erstes nehmen wir die Buslinie 300 zur East Side Gallery - Die Berliner East Side Gallery gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Stadt. Das Reststück der Berliner Mauer zieht dank Künstlerbemalung Besucher aus aller Welt an. Die 1,3 Kilometer langen Überreste der Berliner Mauer wurden nach der Wende von verschiedenen Künstlern bemalt - so wurde der ehemalige graue Trennwall zur längsten Open-Air-Galerie der Welt. Und nicht nur das: Mit ihren Mauermalereien verwandelten Künstler das Relikt aus Zeiten der Trennung in ein buntes Mahnmal.
Dort, wo früher der Ostteil war, steht jetzt ein modernes Haus, auf der anderen Seite die Daimler-Zentrale - alles sehr beklemmend

Berlin - Sonntag, 29.06.2025

 Wir fahren denn wieder mit dem 300er weiter - gefühlt durch halb Berlin. Unser nächstes Ziel ist Checkpoint Charlie. Wir müssen ein bisschen laufen und kommen an einer Ecke vorbei, wo es viele Kuriositäten gibt.
Dann sind wir da. So oft hat man das alles im Fernseher gesehen, doch wenn man selber davorsteht ist das doch nochmals ganz anders. 
Der ehemalige Grenzübergang Checkpoint Charlie gehört zu den wichtigsten und meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Berlins. Der ehemalige militärische Kontrollpunkt war während der Teilung Berlins der bekannteste Grenzübergang der drei durch die Amerikaner kontrollierten Grenzpunkte. Checkpoint Charlie durfte nur von Ausländern und Mitarbeitern der Ständigen Vertretung der BRD in der DDR sowie von DDR-Funktionären benutzt werden. Andere Besucher Ost-Berlins wurden an diesem Grenzübergang nicht abgefertigt.
Die Atmosphäre des Kalten Krieges war an kaum einen anderen Ort so frostig wie am Checkpoint Charlie. Seine Bekanntheit erlangte der Grenzübergang im Oktober 1961 nach dem Bau der Mauer: In den letzten Oktobertagen bezogen hier amerikanische und sowjetische Panzer Stellung, nachdem am DDR-Grenzposten Angehörige der US-Mission aufgefordert worden waren, sich beim Passieren des alliierten Kontrollpunktes auszuweisen. Damals standen sich sowjetische und alliierte Panzer mit scharfer Munition gegenüber. Fast wäre es zu einem dritten Weltkrieg gekommen. In den Folgejahren war der Kontrollpunkt Schauplatz spektakulärer Fluchten, die nicht selten tödlich ausgingen. Auch wenn die Mauer längst verschwunden ist und die Schlagbäume und Wachtürme des Checkpoint Charlie durch Nachbauten ersetzt wurden - das Interesse an dem ehemaligen Grenzübergang ist ungebrochen groß.
Berlin - Sonntag, 29.06.2025
Gleich daneben befindet sich das Mauermuseum. Das war ein Wunsch von Hansi, dass wir das anschauen. Er war schon einmal in den 80er Jahren dort.
Am Checkpoint Charlie eröffnete 1963 das Mauermuseum. Mit Bezug des Hauses in der Friedrichstraße 45 verfügt das Hausüber 1.733 Quadratmeter Ausstellungsfläche, verteilt über drei verschiedene Häuser. Zentrale Themen sind der Mauerbau, das Unrecht des SED-Regimes sowie die verschiedenen Fluchtversuche aus der DDR.
Highlights im Mauermuseum. 
Anhand von originalen Fotografien und historischen Objekten verdeutlicht das Museum, wie sich der Grenzschutz am Checkpoint Charlie entwickelte und veränderte. Dennoch steht der Checkpoint Charlie ebenfalls für zahlreiche gelungene Fluchten. Besonder beliebt sind im Mauermuseum Exponate, die von erfolgreichen oder gescheiterten Fluchten erzählen - etwa ein selbstgebauter Heißluftballon, ein gepanzertes Fluchtauto oder ein Miniatur-U-Boot mit Fahrradmotor.
Das macht einen schon betroffen, was die Menschen alles unternommen haben, um die DDR zu verlassen. 

 Berlin - Sonntag, 29.06.2025

Wir haben nun Hunger und Durst. In unmittelbarer Nähe befindet sich "Charlies Beach", der zu einer kleinen Pause im Grossstadtdschungel einlädt. Auf einem Baugrundstück kommt Strandfeeling auf. An der Cocktailbar gibt es Bier, Cocktails und Wein, dazu lädt ein Foodcourt zum Essen ein: Hamburger, Döner, Bowls und Crepes werden unter anderem angeboten.
Boh, das tut jetzt gut. Wir geniessen die tolle Atmosphäre. Doch es hilft nicht: Irgendwann müssen wir den chilligen Ort verlassen. 
Wir relaxen ein bisschen im Hotel, holen einen "vergoldeten" Weisswein und dann gehen wir auf unsere Dachterrasse hoch. Das Hotel hat im 37. Stock eine Dachterrasse (Eintritt kostet Euro 6/Person) mit einer kleinen Bar. Der Aufzug fährt bis zum 35. Stockwerk, dann heisst es Treppensteigen. Es ist zwar windig, aber wir finden ein schönes lauschiges Plätzchen, wo wir uns niederlassen können. Hier oben ist auch der Zugang zum Swing. Von hier oben sieht es noch viel "schlimmer" aus, wie von unten. Hier herrscht ein Kommen und Gehen - wir können das kaum glauben. Und an der Kasse wird ein geiles Gesöff verkauft - kukki-Cocktail. Der ist gefroren und mit dem kukki Toaster taut den Cocktail innerhalb von wenigen Sekunden auf. Und wir haben Glück: Heute gibt es einen richtig schönen Sonnenuntergang.
Zum Abschluss holen wir uns bei BurgerKing noch was zu essen. Wieder geht ein schöner Tag in Berlin zu Ende.

Berlin - Montag, 30.06.2025
Heute heisst es Zeit totschlagen - mir ist vor dem Konzert keine sinnvolle Aktivität mehr eingefallen - was auf dem Weg zum Olympiastadion liegt. 
Aber erst einmal löst sich das "Rätsel" von gestern auf - die Frage, was es mit dem Ballon auf sich hat? Mit ihm kann man nach oben gleiten, den Blick auf Berlin geniessen und dann nach 10 oder 15 Minuten geht es wieder nach unten. 
So lassen wir uns beim Frühstück Zeit und fahren dann los zum KaDeWe.
Berlin ohne das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) am Wittenbergplatz wäre unvorstellbar. Das größte Warenhaus auf dem europäischen Festland ist mehr als ein gut sortiertes Einkaufsparadies. Besonders bekannt und nahezu legendär ist die sechste der insgesamt sieben Etagen: die Feinkostabteilung, genannt die Sechste. Internationale Delikatessen, Torten sowie eine große Auswahl an Weinen und Champagner stehen in der sechste Etage zur Auswahl. Dazu gibt es viele Restaurants und Cafés in der Feinkostabteilung. Sie haben die Auswahl zwischen Burgern, Fisch, typisch Berliner Gerichten, der Austernbar und vielen feinen Spezialitäten.
Und genau das haben wir vor. Ja, da gibt es echt alles vom Feinsten, aber irgendwie ist uns das viel zu elitär. Wir gehen noch in die siebte Etage, die ist "luftiger". Es gibt eine Bar und eine Art Selbstbedienungsrestaurant mit vielen verschiedenen Leckereien. Hier gefällt es uns schon besser. Aber Hunger haben wir noch keinen. Was tun?

Berlin - Montag, 30.06.2025

Wir schlendern erst einmal die Tauentzienstrasse entlang, die später in den Kurfürstendamm übergeht. Hier gibt es einen Laden - meist Ketten - am Anderen. Zum Glück können wir nichts kaufen - wir hätten sicherlich das ein oder andere gefunden.
Was uns in Berlin so gut gefallen hat, sind die breiten Strassen, fast schon Boulevards, die in der Mitte oft noch einen Grünstreifen haben, der zum Verweilen einlädt. Dadurch verteilt sich der Verkehr auch ein bisschen auf die vielen Fahrspuren.
Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist nicht zu übersehen. 
Die Kirche am Breitscheidplatz gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten Berlins. Schon von Weitem fällt die zerstörte Turmspitze der Kirche ins Auge. Sie wurde nach ihrer Zerstörung während des Zweiten Weltkrieges 1943 zwar mehrfach restauriert, aber absichtlich nicht wieder aufgebaut. Sie soll als Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung dienen.
Und dann entdecken wir eine etwas andere Shoppingmeile: BIKINI BERLIN The Concept Shopping Mall.
Das Bikini Berlin ist die erste Concept Mall in Deutschland mit originellen Boutiquen,  Flagship-Stores und Restaurants. Hochwertige Mode und Schuhe sowie modernes Design finden Sie hier – nicht die großen Ketten. In rund 20 Modulen aus Holz, den Pop Up Boxes,  können  Geschäfte und junge Start-up-Unternehmen ihre Produkte auf Zeit präsentieren. 
Seit Januar 2018 gibt es einen komplett neuen Foodmarkt im Bikini - KANTINI. Den Mittelpunkt bilden dreizehn, als Modultresen konzipierten Food-Stände. Wer sich hier für das Gericht seiner Wahl entscheidet, wird die Loggia mit Panoramafenster zum Zoo, eine großzügige Sofalandschaft, verschiedene Sitztreppen sowie Schaukeln mit Blick zum Erdgeschoss genießen können.

Das gefällt uns doch viel besser, wie das doch irgendwie steife KaDeWe. Wir essen hier eine Kleinigkeit und laden nochmals schnell unsere Handys auf - naja eher ich. 
Zum Abschluss gehen wir noch ins "Dawn", tricken einen Apérol Spritz und schauen den Affen im danebenliegen Zoo zu.
Berlin - Montag, 30.06.2025
Und dann ist es endlich an der Zeit aufzubrechen - unsere nächste Station ist das Olympiastadion, wo heute abend das AC/DC-Konzert stattfinden wird. Schon im Hotel und auch überall in der Stadt hat man die vielen Fans schon von weitem erkannt. Mist, wir haben weder T-Shirt (50 Euro sind halt doch viel Geld) noch Hörnchen dabei. Hm....... . Wir haben das KaDeWe auch deshalb gewählt, weil von hier die S-Bahn direkt durchfährt. Doch schon hier am Bahnhof Zoo dominieren die AC/DC-Fans. Entsprechend voll ist der Bahnhof und dann auch die S-Bahn. Drückend voll und nicht klimatisiert. Keine Ahnung, wo das Olympiastadion ist, aber wir folgen einfach mal der Menge, die werden schon wissen, wo es hingeht.
Es ist heiss, kein Wölkchen am Himmel und die Stimmung ist ausgelassen. Und wir sind hier ganz sicher nicht die Ältesten. Alle wollen sie nochmals sehen, die Band, die eine ganze Generation durch die Jugend - und noch viel länger - begleitet hat. 
Wir sind erstaunt, dass es am Einlass keine Schlangen gibt. Die Taschen werden kontrolliert - das war bekannt - dann kommt noch eine Körperkontrolle und dann sind wir drin. Der Bereich vor dem Olympiastadion ist riesig. Und es gibt überall Getränke- und Imbiss-Stände und natürlich auch FanShops. Wir müssen fast einmal herum, bis wir in unserem Bereich sind. Dann holen wir uns erst einmal Hörnchen und was zu trinken. Wir setzen uns in den Schatten, beobachten die Fans, trinken das ein oder andere Bier und Hansi muss einfach auch ein T-Shirt haben. Scheiss auf die 50 Euro! Die Karten waren schliesslich teuer genug.
Die Vorband interessiert (leider) kaum jemand und irgendwann gehen wir dann mal los zu unseren Plätzen. Reihe 7 ist gut - wir haben gute Sicht.
Und dann fängt es an - wir können es nicht glauben: Wir sind bei AC/DC. Der Sound ist mittelmässig, aber laut. Die Stimmung einfach nur gut. 
Sie spielen rund zwei Stunden alle die Hits, die die Fans hören wollen wie etwa Hells Bells, Thunderstruck, Highway to Hell oder TNT. Angus Young, der inzwischen auch schon 70 ist, spielt sich die Seele aus dem Leib, beziehungsweise aus der Gitarre und lässt es sich nicht nehmen ein 20 minütiges Gitarrensolo hinzulegen. Die Menge ist begeistert - Angus auch. Und der Sänger Brian Johnson ist 77 und man sieht ihm den Spass, den er bei dem Konzert hat, einfach an. Eine tolle Truppe.
Da wir Angst haben, wieder in einer völlig überfüllten und überhitzten S-Bahn zurückfahren zu müssen, gehen wir schon während der 1. Zugabe. Das ist insofern nicht schlimm, weil der Sound bis zur S-Bahn-Haltestelle zu hören ist. Das war genau die richtige Entscheidung - die Bahn war noch überschaubar leer.
BurgerKing hatte noch offen, so dass wir uns nochmals Burger geholt haben und Bier und Wasser im Dönerladen. 
Was für ein Konzert - das hat sich wirklich gelohnt.
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Berlin - Dienstag, 01.07.2025

Wir sind nicht annäherungsweise so taub wie befürchtet. Zum Glück. Und zum Glück wurde unser Rückflug schon vor langer Zeit vom vormittag auf den nachmittag verschoben. So konnten wir noch in aller Ruhe Frühstücken und die Koffer packen. Um 12 Uhr war Check-Out, das hat gepasst.
Bis zum Flughafen BER - ja, DER Flughafen, der so lange in den Schlagzeilen stand - fährt man fast eine Stunde. Wir haben noch ewig Zeit, geben den Koffer schnell ab und gehen dann zu Starbucks und vergessen die Zeit. Tatsächlich ist uns das noch nie passiert. Jetzt müssen wir uns ranhalten. Noch etwa 30 Minuten bis zum Boarding. Die Schlange an der Sicherheitskontrolle ist lang und die nehmen es ganz genau. Endlich sind wir durch. Noch 10 Minuten. Und dann müssen wir gefühlt durch den ganzen Flughafen zu unserem Gate laufen. Geschafft. 
Ein schönes und ereignisreiches verlängertes Konzert-Wochenende geht zu Ende. 
Wie uns Berlin gefallen hat? Was soll ich sagen? Der erste Eindruck in der S-Bahn und auf dem Weg zum Hotel war furchtbar. Doch dann sind wir schon ein bisschen dem Flair von Berlin verfallen - obwohl wir ja nur die üblichen Touri-Stationen gesehen haben. Es hat uns gefallen, doch wir müssen nicht zwingend nochmals nach Berlin. 
Und es gibt hier noch ein paar Eindrücke, die sonst nirgends gepasst haben.