We did it again - Frankreich im Winter

17.12.25 - 07.01.26

Durch meinen neuen Job, kann ich im Moment nur noch 2 Wochen Urlaub am Stück machen. Über Weihnachten ist das Büro jedoch eh geschlossen und mit ein paar Tagen davor und danach sind 3 Wochen Ferien am Stück möglich. Das hört sich doch nach einem Plan an. Kurz im Office nachgefragt - kein Problem - und dann auch gleich mit der Planung angefangen.

Es war schnell klar, dass auch dieses Jahr Spanien nicht in Frage kommt und wir nochmals nach Frankreich fahren werden. Letztes Jahr hat es ja mit dem Campingplatz bei Nizza nicht geklappt - da wollen wir dieses Jahr auf jeden Fall hin. In Facebook habe ich letztes Jahr mega schöne Bilder von Sanary-sur-mer über Weihnachten gesehen. Da wollen wir auf jeden Fall auch hin. Belfort soll einen schönen Weihnachtsmarkt haben. Somit war die Route eigentlich auch schon vorgegeben:  Belfort-Carmargue (Platz hat nur bis 4. Januar geöffnet) - Nizza - Sanary-sur-mer (ab 26. beleuchtet).

Jetzt mussten nur noch die genauen Daten geklärt werden - zum Einkaufen wollte ich die Feiertage und Wochenenden berücksichtigen. Zum Glück geht das mit Excel immer ganz einfach. Und irgendwann stand dann auch die Tour:

Start am Mittwoch nach der Arbeit und Fahrt bis zum Stellplatz am Freizeitcenter Oberrhein. Dann auf den Stellplatz in Belfort und dort auf den Weihnachtsmarkt gehen. Weiter zum Camping les Barolles hinter Lyon. In Montélimar gibt es einen stadtnahen Stellplatz gleich um die Ecke von einem Supermarkt und eine Burg - perfekt für einen Zwischenstopp. Dann über Weihnachten wieder in die Carmargue - da hatten wir ja noch eine Rechnung vom letzten Jahr offen - weiter nach Nizza, bzw. Villeneuve-Loubet und dann auf den Campingplatz in Sanary-sur-mer. Für die Rückreise war dann noch La Ciotat, da waren wir ja letztes Jahr schon einmal und ein paar Stellplätze angedacht - alles nicht reservierbar, deshalb erst mal nicht relevant. Aber so konnte ich dann wenigstens die Campingplätze, die man vorbuchen kann, schon einmal buchen. Das war auch nötig - Wochen vorher waren alle schon ausgebucht.

Mit der Rückreise war ich noch nicht so ganz glücklich. Bei der Feinplanung habe ich bemerkt, dass es in Sanary-sur-mer am 2.Januar noch ein Feuerwerkt gibt - da wären wir schon auf der Weiterfahrt gewesen. Also gleich mal angefragt, ob wir verlängern können - pas de problème. Avignon sollte auch noch eine Beleuchtung haben - das passt doch. Somit war dann auch die Rückreise geklärt. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen.


Mittwoch, 17.12.2025 - Anreise

Ich bin tatsächlich rechtzeitig aus dem Office herausgekommen - 3 Wochen Urlaub: Wie geil ist das denn?
Schon am Wochenende haben wir den Camper eingeräumt, so dass es heute gar nicht mehr viel zu tun gibt. Hansi hat den Camper mittags schon geholt - so konnten wir gleich losfahren. Erst noch nach Nürtingen, um Frischwasser zu holen (durch die eisigen Termperaturen konnten wir das am Wochenende noch nicht machen) und dann hiess es: En route. In Pforzheim sind wir gut durchgekommen, so dass wir schon recht früh am Wohnmobilstellplatz am Freizeitcenter Oberrhein angekommen sind. Es gab noch jede Menge freie Plätze - allerdings fast alle auf der Wiese (= matschig). Wir haben schnell alles hergerichtet und dann gab es den 1.Crémant unserer Reise. 
Zum Essen haben wir einen Seelentröster-Eintopf aufgetaut. Ein schöner Start in den Urlaub. Wir sind gespannt, was wir alles sehen und erleben werden. 

PS.: Was ich nicht wusste, was man sich aber unbedingt merken muss: Der Campingplatz Freizeitcenter Oberrhein hat das ganze Jahr über geöffnet. 

Donnerstag, 18.12.2025 - Weihnachten in Belfort I
Wir haben heute früh etwas getrödelt, so dass wir erst gegen 11 Uhr losgekommen sind. Zuerst geht es bei Soufflenheim in den Supermarkt. Viel brauchen wir nicht, aber zumindest mal die ersten französischen Produkte einkaufen - und natürlich Crémant.
Dann geht es endlich weiter nach Belfort. Der Platz ist gut belegt, aber wir finden noch ein Plätzchen für uns. Belfort haben wir ja dieses Jahr als richtig nettes kleines Städtchen für uns entdeckt und als ich dann gesehen habe, dass Belfort einen Weihnachtsmarkt hat - unter dem Motto " Le Mois Givré" - , war klar, dass wir hier einen Zwischenstopp einlegen werden. 
Als es dann endlich dunkel ist, laufen wir los. Am Place d' Armes strahlen die Kathedrale und auch das Rathaus weihnachtlich. Hier gibt es das Haus des Weihnachtsmannes (=Pére Noel) und eine Schlittenbahn, auf der man auch Ski fahren kann. Und natürlich ein paar Weihnachtsmarkthütten. Alles schön geschmückt und das ist einfach eine schöne weihnachtliche Stimmung. Wir laufen dann weiter durch das geschmückte Belfort zum Place Corbis. Auch hier gibt es ein paar Weihnachtsmarkthütten, wo wir zum Aufwärmen einen Glühwein trinken und hier gibt es auch eine Schlittschuhban. Auch hier gefällt uns das weihnachtlich geschmückte Belfort richtig gut. 
(Anmerkung: Weihnachtsmärkte, so wie wir sie von uns kennen, gibt es in Frankreich eher selten. Meist ist das Dorf/das Städtchen schön weihnachtlich geschmückt und beleuchtet und es gibt verschiedene Plätze, an denen es ein bisschen Kunsthandwerk, Glühwein (=vin chaud) und ein paar Fressstände gibt). 
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Donnerstag, 18.12.2025 - Weihnachten in Belfort II
Dann müssen wir uns etwas beeilen - für 19 Uhr haben wir im "Au Caveau Belfort" einen Tisch reserviert. Wir sind die ersten Gäste, doch innerhalb einer Stunde ist der Keller proppevoll.
Als Vorspeise nehmen wir zusammen Foie gras und dazu ein Gläschen Champagner. Hansi entscheidet sich danach für Choucroute garnie und ich kann mich nicht entscheiden zwischen Munster chaud Flambé au Schnaps und einem Baeckeoffe. Ich entscheide mich dann für den Baeckeoffe.  Als dann am Nebentisch der Munster chaud serviert wird, bereue ich meine Entscheidung. Der Baeckeoffe war lecker, aber der Munster chaud wird im Backofen warm gemacht, dann am Tisch mit dem Schnaps flambiert. Das sah einfach mega aus. Dazu haben wir einen leckeren Pinot gris getrunken. Und dann gibt es auch noch Nachtisch: Käseplatte für mich und Hansi nimmt eine Art Apfelkuchen mit Eis. Lecker.
Pappsatt wanken wir zurück zu unserem kuschelig warmen Camper. Der Platz hat sich noch gut gefüllt. Ein schöner Start in unseren Winterurlaub.
Freitag, 19.12.2025 - Lyon

Heute ist Fahrtag - etwa 4 Stunden Fahrt haben wir vor uns - einkaufen müssen wir nicht. Also trödeln wir am Morgen wieder rum und kommen dann kurz nach 11 Uhr endlich los. Wir haben uns für den "Camping des Barolles" entschieden, d.h. wir müssen noch durch Lyon durch - im Berufsverkehr. 
Und das ist genauso schlimm zum Fahren, wie es sich anhört. Hansi ist dann echt froh, als wir endlich am Campingplatz angekommen sind. Geschafft - und nichts passiert.
Den Platz kennen wir ja schon vom letzten Jahr. Es gibt dazu nicht viel zu sagen: Er liegt geschickt für die Durchreise, wir fühlen uns hier ziemlich sicher und man kann ihn reservieren. "Immer diese Reserviererei", sagen jetzt wieder viele. Aber: Es war nötig - der Platz war ausgebucht und es wurden viele Camper an diesem Abend wieder weggeschickt.
Wir haben es uns gemütlich gemacht, haben Crémant gesüffelt, unser erstes leckeres Vesper auf dieser Reise gemacht und einen relaxten Fernsehabend gemacht. Mehr gibt es zu diesem Tag einfach nicht zu sagen. Bonne nuit.
Samstag, 20.12.2025 - Montélimar I
Und auch heute trödeln wir wieder rum - irgendwie kommen wir im Moment nie vor 11 Uhr los. Ist jetzt aber auch nicht schlimm, weil wir heute nur etwa 2 Stunden Fahrzeit haben und durch Lyon sind wir auch schon durch.
Bis zur Autobahn sind es keine 5 Minuten und dann können wir praktisch einfach durchfahren bis Montélimar, unser nächster Stopp. 
Zuerst gehen wir einkaufen. Heute ist Samstag, Samstag vor Weihnachten und obwohl der Supermarkt recht voll ist, ist alles ganz relaxed. Trotzdem brauche ich gut 1 Stunde bis ich alles zusammen habe. Wir brauchen recht viel, weil wir die nächsten Tage nur noch zu Fuss einkaufen gehen können.
Der Stellplatz ist um die Ecke und wir bekommen den letzten trockenen Platz. Es hat nun nur noch etwa 10 freie Plätze, die aber alle sehr matschig sind und tiefe Fahrrinnen haben.
Mit dem Stellplatz habe ich lange "gehadert". Er liegt super praktisch auf dem Weg in den Süden und in Laufnähe zur Altstadt. Der Supermarkt ist um die Ecke, es gibt Wasser und eine Entsorgungsstation und er ist umsonst. Aber die Rezessionen waren sehr unterschiedlch. Ich hatte tatsächlich noch einen Plan B (und auch Plan C) bereit.
Doch: Alles kein Problem. Wir haben einen akzeptablen Platz bekommen und wir haben uns hier auch sicher gefühlt. 
Wir räumen erst einmal unsere ganzen Einkäufe ein - jetzt wird es voll - relaxen noch ein bisschen und dann geht es auch schon wieder weiter. Eigentlich hätten wir heute gut bis in die Carmargue durchfahren können. Doch dann habe ich den Stellplatz und die Burg entdeckt. Tja, da musste ich den Stopp praktisch einbauen.
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 Samstag, 21.12.2025 - Montélimar II

Wir laufen also los zum "Château de Montélimar", die auch "Château d'Adhémar" genannt wird. Das ist jetzt nicht DIE Burg, die man unbedingt gesehen haben muss, aber sie hat eine schöne Aussicht über Montélimar und das Rhone-Tal. Und wir haben inzwischen auch Gefallen daran gefunden, auch mal die Städtchen anzuschauen, an denen man auf dem Weg in den Süden fast immer nur vorbeifährt.
Zuerst geht es steil bergauf und auch in der Burg geht es treppauf und treppab. Was es mit den Schuhen, die überall herumstehen, auf sich hat, wissen wir nicht. Auf jeden Fall sind sie die falsche Wahl, um die Burg zu erkunden. Auf jeden Fall hat uns die Burg und die Aussicht gut gefallen. Bevor wir zum Campingplatz zurück gehen, laufen wir noch etwas durch die Altstadt. Auf dem Place du Marché treffen wir auf eine wirklich seltsame Veranstaltung. Gut 50 junge und alte Frauen und Männer haben ihre Blechblasinstrumente dabei und blasen was das Zeug hält. Eine Melodie, ein Song ist nicht zu erkennen. Aber alle haben Spass dabei und das ist doch das Wichtigste. 
Die Altstadt haut uns jetzt nicht wirklich vom Hocker, um zum Riesenrad zu laufen, sind wir zu faul. So schlendern wir langsam zurück zum Camper. Aber natürlich nicht, ohne noch in einen Laden zu gehen, um Nougat zu kaufen. Hier in Montélimar wird der berühmte Nougat de Montélimar hergestellt. Der Name Nougat wurde übrigens aus der Bezeichnung von ,,tu nous gâtes'' (,,du verwöhnst uns'') abgeleitet. Eigentlich ist mir Nougat viel zu süss - doch dieser Nougat - es gibt ihn in weich und auch in hart zum Lutschen - schmeckt mal richtig gut. Echt lecker.
Und abends gibt es dann wieder Crémant und lecker Vesper. 
Sonntag, 21.12.2025 - Carmargue I
Auch heute können wir uns Zeit lassen. Wir haben nur 2 Stunden zu fahren und die Rezeption hat eh erst ab 14 Uhr auf. Also schlafen wir aus, ich gehe noch im Supermarkt Baguette holen - auch heute ist das Einkaufen dort noch voll entspannt - und nach dem Frühstück fahren wir dann endlich los.
Wir kommen dann gegen 14 Uhr am "Camping la Brise de Carmargue" in Saint-Maries-de- la-Mer an. Dort waren wir ja schon letztes Jahr und wir haben dieses Jahr auf besseres Wetter gehofft (haha). Die Anmeldung geht dieses Mal recht zügig und wir haben einen Platz im hinteren Bereich, ganz in der Nähe zum Strandzugang. Hier werden wir die nächsten vier Nächte bleiben. 
Doch seit heute mittag regnet es. Nein es schüttet - Starkregen nennt man so was, glaube ich. Auf dem Campingplatz haben sich schon riesen Pfützen gebildet. Es hört gar nicht mehr auf zu schütten. In der Nacht schauen wir immer wieder mal nach dem Wasserstand. Nicht dass wir überflutet werden. Aber das Wasser fliesst immer wieder ab. Uff, Glück gehabt. 
Anfangs befinden wir uns am Ausläufer eines heftigen Regen- und Sturmtiefs, das über Südfrankreich hinwegzieht. Betroffen sind hauptsächlich die Gegend um Montpellier und die Küste entlang bis nach Spanien. Dort kommt es zu heftigen Überschwemmungen. Die Bilder in Facebook sehen schlimm aus. Später liegt dann auch die Carmargue im Zentrum des Tiefs und zum heftigen Regen kommt dann noch ein Sturm dazu. Da wird Amigo ganz schön durchgeschüttelt. 
Tja, da bleibt uns nichts anderes übrig, als es uns im Camper gemütlich zu machen, zu schlafen, zu lesen und abzuwarten. Weiterfahren war keine Option, weil es auch weiter im Osten regnet.
Wir sind aber froh, dass wir auf einem recht gut ausgestatteten Campingplatz stehen und das Wasser zwar kleine Seen bildet, die aber immer wieder abfliessen können. In Facebook haben wir Bilder gesehen, wo ganze Camping-/Stellplätze über Nacht abgesoffen sind - mitsamt den Campern drauf.
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 Montag, 22.12.2025 und Dienstag, 23.12.2025 - Carmargue II

Im Winter hat der Laden auf dem Campingplatz geschlossen, so dass ich im Regen zum Supermarkt im Ort laufen muss. Fahrradfahren ist bei dem Wind keine Option. Was macht man nicht alles für ein Baguette zum Frühstück. Tja, da es die ganze Zeit schüttet, haben wir alle Zeit der Welt.
Am nachmittag nutze ich eine kleine Regenpause aus, um den Ort anzuschauen. Hier ist einfach gar nichts los - viele Restaurants und Läden haben geschlossen, der Strand ist fast menschenleer.
Tja und dann fängt es wieder an zu regnen. Es sind etwa 10 Minuten bis zum Campingplatz, doch das reicht, damit ich von Kopf bis Fuss durchnässt bin. Bäh. Zum Glück ist es im Camper kuschelig warm und auch der Regen ist nicht wirklich kalt. Einfach nur nass (haha!).
Den Rest des Tages verbringen wir dann im Camper, süffeln Crémant, räumen ein bisschen auf und lassen den Tag gemütlich ausklingen.
Am Dienstag kommt dann zum Regen noch das Sturmtief dazu - jetzt liegt die Carmargue im Zentrum des Unwetters. Freiwillig geht da niemand raus. Es regnet und stürmt wirklich den ganzen Tag. Morgen soll es etwas ruhiger werden. Mal schauen.......
Mittwoch, 24.12.2025 - Carmargue III
In der Nacht hat es tatsächlich aufgehört zu regnen. Ich komme trocken zum Supermarkt und zurück. Das Frühstück ist gerettet. Vor dem Supermarkt gibt es wieder frische Austern und Meeresfrüchte. Lecker!
Und heute zeigt sich tatsächlich das erste Mal seit Tagen die Sonne. Es windet zwar immer noch recht heftig, aber wenigstens regnet es nicht. Am Mittag packen wir uns also dick ein und machen einen kleinen Spaziergang. Die Sonne tut einfach soooooo gut. In den Etangs sieht man schon, dass es viel geregnet hat, die letzten Tage. Die sind ziemlich voll. 
Und abends gibt es lecker Raclette. Unser Weihnachtsraclette ist ja schon fast Tradition bei uns. Und in den französischen Supermärkten gibt es dazu immer mega leckeren Käse dazu.
Im Büro haben wir für unsere Kunden einen richtig guten Champagner. Da habe ich mir bei der letzten Lieferung auch ein Kistchen gekauft. Und heute ist doch genau der richtige Anlass, um eine Flasche zu öffnen. Während wir also das Raclette vorbereiten, süffeln wir genüsslich den Champagner. Zum Raclette selber haben wir dann noch einen Pinot gris dabei. Ein schönes leckeres Weihnachtsessen.
So geht heute also unser letzter Tag in der Carmargue zu Ende. Und wir haben immer noch eine Rechnung offen.
Donnerstag, 25.12.2025 - Côte d’Azur I

Heute ist auch in Frankreich Feiertag. Also gibt es heute früh kein Baguette. Und wir können heute auch nicht einkaufen gehen. Ist nicht schlimm, weil fast gegenüber vom nächsten Campingplatz ein grosser Supermarkt ist. Und es regnet heute tatsächlich nicht.
Wie immer kommen wir erst so gegen 11 Uhr weg, doch da wir heute nur fahren müssen - etwa 3 Stunden insgesamt - passt das. 
Der Weg zur Autobahn zieht sich und hier stehen auch viele Felder unter Wasser. Dann sind wir endlich auf der Autobahn in Richtung Nizza. Und wir stellen mal wieder fest: Hier im Hinterland der Côte ist es mega schön.
Keine 5 Minuten von der Autobahn entfernt befindet sich dann unser Campingplatz "Camping de L’Hippodrome" in Villeneuve-Loubet. Der Campingplatz befindet sich mitten im Ort - drumherum hat es jede Menge Ferienanlagen. Und auch hier war ich skeptisch, weil die Bewertungen durchwachsen waren. Doch der erste Blick gefällt - ein richtig charmanter alter Campingplatz. Der Platz ist zweigeteilt und wir sind auf dem Platz gegenüber der Rezeption. Ach so - der Platz war komplett ausgebucht.
Hier ist alles eng, richtig eng, doch wir haben eine recht grossen Platz mit viel Privatspähre. Aber leider recht schattig. 
Als wir angekommen sind, gab es noch ein Fleckchen Sonne für uns. Schnell haben wir die Stühle rausgeholt und ich habe einen Apérol Spritz vorbereitet. Jetzt sind wir im Urlaub angekommen.
Und natürlich haben wir noch jede Menge Kartoffeln und Käse übrig - perfekt für einen Kartoffelgratin aus dem Omnia. Gekocht haben wir draussen, doch zum Essen sind wir dann doch lieber in den warmen Camper gegangen. Leben wie Gott in Frankreich.

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Freitag, 26.12.2025 - Côte d’Azur II
Wie geil ist das denn? Frühstück im Freien mit frischem Baguette (vom Supermarkt - leider nicht wirklich lecker). Wir geniessen es und lassen uns Zeit.
Inzwischen wurde das letzte Tiefdruckgebiet von einem weiteren Sturmtief abgelöst - es zieht über Spanien, Mallorca, Korsika, Sardinien und die Küste entlang. 
Hier ist es zwar sonnig, aber total stürmisch. Wir ziehen uns also mal wieder warm an und laufen einfach die Promenade entlang. Hier ist richtig was los. Wir sind nicht die einzigen Spaziergänger. Aber alle geniessen es, draussen in der Sonne zu sein.
Villeneuve-Loubet hat ein "Markenzeichen" - die Feriensiedlung "Marina Baie des Anges". Sie besteht aus vier gigantischen, pyramidenförmigen Hochhäusern mit geschwungener Fassade. Eigentlich richtig hässlich, aber auf der anderen Seite natürlich tatsächlich ein Markenzeichen. 
Hier gibt es jede Menge Anlagen mit Ferienwohnungen, Immobilienbüros, Restaurants, Boutiquen und Souvenirläden. Das macht uns alles nicht an und wir laufen zurück. Was natürlich mega toll aussieht, sind die verschneiten Berge im Hintergrund - zum Greifen nahe.
Natürlich gehen wir noch kurz im Supermarkt vorbei und kaufen noch ein paar Kleinigkeiten - Heute abend gibt es also unser Lieblingsessen: Gambas in Knoblauchsauce. Und dazu holen wir dann in der nächsten Bäckerei ein leckeres Baguette dazu. Und auch heute wird im Freien gekocht. Der Wind lässt so langsam nach.
 Samstag, 27.12.2025 - Côte d’Azur III

Heute früh fährt Hansi mit dem Scooter zum Bäcker. Das Brot vom Supermarkt schmeckt einfach gar nicht. Wir frühstücken wieder draussen und heute ist es tatsächlich windstill und die Sonne scheint - endlich.
Endlich kommen auch unsere Bikes mal wieder zum Einsatz. Wir wollen heute nichts Grosses machen. Am Strand entlang Richtung Antibes war der Plan.
Doch wir kommen nicht weit - die Strasse ist wegen dem hohen Wellengang und Überflutungen gesperrt. Was nun? Dann fahren wir halt in die andere Richtung, Richtung Nizza. Mal schauen, wie weit wir kommen.
Villeneuve-Loubet geht nahtlos in Cagnes-sur-mer über. Die ganze Küste ist zugebaut. Der Radweg ist aber echt der Hit. Er führt immer am Strand, an der Promenade entlang und ist nur für Biker, Scater und Scooter vorgesehen. Die Sonne lockt die Menschen natürlich ins Freie. Man hat tatsächlich das Gefühl, dass es schon Sommer ist.
Dann sind wir am Flughafen und da es nicht mehr weit ist bis Nizza radeln wir natürlich weiter. Und es ist tatsächlich so, wie man es aus Filmen und Fotos kennt: Links die Häuser mit zum Teil tollen Fassaden und die Bars und Restaurants, die gut gefüllt sind. Dann die Küstenstrasse, auf der man im Sommer nicht vorankommt. Dann der Radweg und die Promenade und dann der Strand, hier sogar Sandstrand. Und je näher wir Nizza kommen, desto voller wird die Promenade. Am Strand sind die Restaurants und Bars geöffnet und es herrscht ein buntes Treiben. Mein Gott, wenn das jetzt in der Vorsaison schon so voll ist, wie sieht es hier dann im Sommer aus? Wir haben genug und drehen um. Man könnte auch sagen, wir flüchten. Das ist uns zu voll und zu trubelig. Wir fahren tatsächlich ohne Stopp ganz schnell auf unseren Campingplatz zurück.
Jetzt wissen wir auch wieder, warum wir seit gut 30 Jahren nicht mehr an der Côte d’Azur waren. So schön es hier auch ist - es ist einfach zu voll.
Heute abend gibt es Jakobsmuscheln aus der Pfanne - Soooooo  lecker.
Sonntag, 28.12.2025 - Côte d’Azur IV
Heute früh gehe ich zum Bäcker, um Baguette zu holen. Wow - da hätte ich tatsächlich einfach alles kaufen können. So leckere Sachen gibt es da. Und auch heute scheint die Sonne und es windet nicht. Tja, was machen wir dann heute? Die Strasse nach Antibes ist immer noch gesperrt. Wir hatten mal ins Auge gefasst mit dem Bus nach Saint-Paul-de-Vence und in die Fondation Maeght zu fahren - doch das ist uns dann doch zu stressig. Hm...... . Es gibt einen Fahrradweg ins Hinterland. Sollen wir da mal schauen? Hört sich nach einem Plan an.
Doch zuerst reservieren wir einen Tisch beim Mexikaner. Dort soll es die beste Paella ever geben, so der Tipp eines Campers. Dann fahren wir los. Es geht unter der Autobahn durch und dann sind wir in Villeneuve-Loubet Village, also im eigentlichen Dorf. Und dann hört der Fahrradweg auch auf. Und nun? Auf einem Hügelchen tront eine Burg. Lass uns doch da mal hinfahren? So richtig ausgeschildert ist sie nicht und nach einigem Hin und Her haben wir sie dann auch gefunden. Aber: Fermé. Deshalb haben wir sie auch nicht wirklich gefunden. Aber: Wir haben an einer kleinen Kirche Halt gemacht und die Aussicht aufs Meer und ins Hinterland sowie die Sonnenstrahlen genossen. Zurück ging es dann durch ganz kleine und steile Gassen durch das Dörfchen. Das war jetzt mal wieder ganz nach unserem Geschmack. Letztendlich also ein toller Ausflug ins Hinterland.
Abends gehen wir dann zum Mexikaner essen, bestellen aber nicht die Paella. Wahrscheinlich war das ein Fehler. Sowohl meine Shrimps als auch Hansis Spareribs waren jetzt nicht so der Hit.
Und heute ist auch schon wieder unser letzter Tag hier. Schade. Hier hätten wir es tatsächlich noch länger aushalten können. 
 Montag, 29.12.2025 - Sanary-sur-mer I

Wir sind ein bisschen traurig, dass wir heute schon weiter fahren. Hier hat es uns schon sehr gut gefallen. Hansi holt wieder Baguette und wir geniessen das letzte Frühstück auf diesem schönen Platz.
Nachdem wir alles zusammengeräumt haben, geht es um die Ecke zum Supermarkt. Wir müssen heute echt dringend einkaufen. Obwohl ich den Supermarkt jetzt schon etwas kenne, brauche ich trotzdem wieder eine Ewigkeit bis ich durch bin. Und dann heisst es: en route.
Wir fahren wieder durchs Hinterland und wir können es uns echt gut vorstellen, hier, im Hinterland, mal länger zu stehen und dann einen Roller oder ein Auto zu mieten. 
Auch heute müssen wir nicht lange fahren -  1,5 bis 2 Stunden. Unser Ziel ist Sanary-sur-mer etwa 12 Kilometer westlich von Toulon und rund 60 Kilometer von Marseille entfernt. 
Der Campingplatz "Camping Parc Mogador" liegt so wie auch der letzte Platz mitten in einem Wohngebiet, in dem es lauter Ferienhäuser und -wohnungen gibt. Der Platz bietet wenig Privatsphäre, aber dafür umso mehr Sonne.
Also schnell wieder Tisch und Stühle raus, ein bisschen Apéro herrichten und dazu dann einen Apérol Spritz. So lässt es sich leben und so lässt sich auch der Campingplatz "ertragen".
Abends holen wir dann wieder unser Raclette heraus: Im Supermarkt habe ich Muscheln mit Kräuterbutter gefunden. Die überbacken wir jetzt im Raclette-Gerät. Dazu dann noch Baguette und Wein - Lecker.


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Dienstag, 30.12.2025 - Sanary-sur-mer II
Baguette gibt es an der Rezeption - leider das schlechteste Baguette, das wir seit langem hatten. Aber ich bin zu faul, um zum Bäcker zu laufen. Gefrühstückt wird draussen in der Sonne - das tut so gut. 
Wir gehen erst heute abend hinunter an den Hafen. Um 18 Uhr ist die "Parade Lumineuse" - einer der Gründe, weshalb wir hierher gekommen sind. Aber ich habe Hummeln im Hintern. Also laufe ich schon mal alleine hinunter zum Hafen (25 Minuten einfach) und es braucht nicht lange, bis ich mich "schockverliebt" habe in dieses charmente kleine Städtchen. Ich laufe durch die kleinen Gässchen und schaue mir die Schaufenster der Boutiquen, der Geschäfte mit allen möglichen Leckereien und der Souvenirläden an. Dann flaniere ich am Hafen entlang. Hier ist jeden vormittag Markt und die Stände werden gerade abgebaut. In den Cafés und Restaurants sitzen die Menschen draussen und geniessen die Sonne. Am Hafen liegen mehr oder weniger teure Yachten und bunte Fischeriboote. Die Sonne scheint und das Meer ist tiefblau. Fast schon zu kitschig, um wahr zu sein.
Ich denke gerade noch daran, für heute abend nach der Parade einen Tisch in einem der Restaurants zu reservieren. Und dann mache ich mich auf den Rückweg.

Dienstag, 30.12.2025 - Sanary-sur-mer III

Am späten nachmittag gehen wir dann gemeinsam wieder los. Ab dem 26.12. werden in Sanary-sur-mer die ganze Altstadt, der Hafen und die Fischerboote festlich beleuchtet. Das waren DIE Bilder, die mir letztes Jahr in Facebook so gefallen haben. Das war auch DER Grund, weshalb ich dieses Jahr unbedingt nach Sanary fahren wollte. Sieht das nicht mega aus? Aber warum ist es am abend noch so voll am Hafen? Ganz einfach: Heute abend findet auch die jährliche "Parade lumière" statt. Eine bunte Parade, die eben so viele Menschen anzieht. Das mit der Parade habe ich erst viel später gelesen - hat aber natürlich sehr gut in unsere Reiseplanung gepasst.
Der Start der Parade war für 18 Uhr angekündigt. Wo bleibt sie nur? Tja, die Parade ging ganz am hinteren Ende des Hafens los und bis sie dann an unserem Platz war, hat es eben ewig gedauert - wir standen praktisch am Ende der Parade. Schön war es.
Wir sind dann gleich noch ins Restaurant gegangen, wo wir zum Glück einen Tisch reserviert hatten. Als Vorspeise haben wir die "petite friture" genommen und danach natürlich Moules frites. Dazu einen leckeren Wein - voilà. La vie est belle.
Der kleine Verdauungsspaziergang zum Campingplatz hat uns dann ganz gut getan. Im Camper haben wir dann noch einen grossen Chruter gebraucht. Irgendwie ist mir gar nicht gut...... .

 Mittwoch, 31.12.2025 - Sanary-sur-mer IV
Mir ist irgendwie gar nicht gut heute früh. Schlecht, schwindelig, schwach auf den Beinen. Wir machen uns trotzdem auf den Weg an den Hafen - dieses Mal mit den Bikes. In Sanary-sur-mer ist ja jeden vormittag ein Markt. Doch Mittwoch vormittags findet immer der grosse Markt statt. Angeblich der grösste und schönste (?) Markt an der Küste. Und deshalb machen wir uns auf den Weg. Mit dem Bike sind wir in gerade mal 5 Minuten in der Altstadt. Und auch heute ist es proppevoll an der Promenade. Der Markt erstreckt sich in Dreier- oder Vierer-Reihen an der gesamten Promenade entlang. Und es gibt hier wirklich alles: Klamotten, Schuhe, Schmuck, Geschirr, Taschen, Kruscht, Obst- und Gemüse, Fisch, Brot, Oliven, Käse, Würste,..... . Wir sind total erschlagen vom Angebot, sind aber auch total angetan von der Auswahl. Und auch wenn es heute eher bewölkt ist, sind die Cafés und Restaurants wieder gut besucht. Wollen wir auch eine Kleinigkeit trinken? Hm, mir geht es immer schlechter und möchte nur noch zurück. Die Sonne kommt raus und wir trinken noch einen Pastis zusammen. Doch er hilft nicht. Mir ist kotzübel und die nächsten zwei Tage verbringe ich nur noch im Bett. Um Mitternacht stosse ich kurz mit einem Mini Schluck Sekt mit Hansi auf das neue Jahr an, dann verkrieche ich mich wieder ins Bett.
PS.: Nach unserer Rückkehr hatte ich das nochmals, nur noch viel viel schlimmer. Also Übelkeit (ohne Spucken und Bauchschmerzen), Fieber, Schüttelfrost, Schwitzen, Kreislauf. Was das war? Die Vermutung vom Arzt: Histaminunverträglichkeit. Meeresfrüchte und Krustentiere haben einen hohen Histamingehalt und je älter, desto höher. Hm, wenn ich mir jetzt mal so anschaue, was ich in den letzten und dann auch in den kommenden Tagen alles gegessen habe (daheim gab es dann nochmals Gambas, Meeresfrüchtesalat und überbackene Muscheln), macht das Sinn. 
Freitag, 02.01.2026 - Sanary-sur-mer V

Mit wackeligen Beinen gehe ich heute früh duschen und Baguette holen. Mir geht es wieder etwas besser, habe sogar Hunger, bin aber immer noch wackelig auf den Beinen. 
Heute abend ist am Hafen grosses Feuerwerk - in Frankreich wird an Silvester kaum geböllert, private Feuerwerke sind verboten. Wegen dem Feuerwerk haben wir hier sogar um eine Nacht verlängert. Ich kann mir im Moment aber gar nicht vorstellen, zu Fuss oder mit dem Bike an den Hafen zu fahren. Hin könnte man ja vielleicht noch ein Taxi nehmen, doch zurück wird das wohl eher nicht funktionieren, weil wohl zu viele Menschen diese Idee haben. Unter der Woche würde wenigstens alle 2 Stunden ein Bus fahren, der von den Fahrzeiten zum Feuerwerk passen würde. Doch heute ist Samstag, da fährt der Bus nicht.
Hallo! Ist heute wirklich Samstag? Nein, plötzlich fällt mir ein, dass heute ja erst Freitag ist. Super, dann können wir mit dem Bus zum Feuerwerk fahren.
Den vormittag sitze ich noch ein bisschen in der Sonne und relaxe. Dann machen wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle. Natürlich viel zu früh und so laufen wir doch den ganze Weg hinunter zum Hafen. Und wir sind nicht alleine - eine Völkerwanderung ist auf dem Weg zum Feuerwerk. Was für eine Menschenmenge heute an der Promenade. Überall herrscht eine grosse Vorfreude auf das Feuerwerk. Und dann geht es endlich los. Wir haben jetzt nicht den besten Platz, doch bin ich heute echt zu kraftlos, um nach einem besseren Platz zu schauen. Wow, wie schön ist das denn? Etwa 20 Minuten lang wird geböllert was das Zeug hält. Und alle sind begeistert. Schön wars. Wir laufen dann auch wieder zurück. Der Bus wäre nicht schneller -- die Autos kommen nur im Schritttempo voran - Alle wollen jetzt nach Hause. 
Mir geht es wieder etwas besser und trinke mit Hansi sogar noch ein Schlückchen Wein vor dem Schlafengehen.
Samstag, 03.01.2023 - Avignon I
Heute müssen wir wieder weiter. Auch hier hätten wir es noch ein paar Tage aushalten können. Bereits gestern hat Hansi den Camper abfahrbereit gemacht. Trotzdem trödeln wir heute früh rum und kommen wieder mal nicht vor 11 Uhr los. Heute ist auch das letzte Mal Einkaufen angesagt. Mit Supermärkten mit grossen Parkplätzen sieht es in der Ecke nicht ganz so gut aus. Und heute ist Samstag. Puh - alles voll und die meisten Plätze sind viel zu kurz für Amigo. Die Autofahrer suchen verzweifelt einen Parkplatz, nehmen überhaupt keine Rücksicht und sind total genervt - Hansi auch. Entsprechend ist dann auch die Stimmung im Supermarkt - aggressiv. Ich bin froh, als ich wieder am Camper bin. Wir räumen schnell ein und dann geht es wieder auf die Autobahn. 
Auch heute sind es nur 2 Stunden Fahrt. Unser nächster Stopp ist Avignon. Da waren wir ja im Sommer schon mal und es hat uns dort richtig gut gefallen. 
Im Winter hat nur der "Camping Bagatelle - Le Pavillon Bleu" geöffnet. Anhand der Bäume muss es den schon seit Ewigkeiten geben. Die Sonne scheint, doch es geht ein frostiger Wind - Mistral. Wir sind früh dran, so dass ich mich ein bisschen auf der Ile de la Barthelasse umschaue. Der Blick auf Avignon ist von hier aus einfach unbeschreiblich. Neben dem Campingplatz soll es eine Bäckerei mit richtig tollem Brot und Kuchen geben. Das glaube ich nicht so ganz. Aber: Schaut selber. Der eiskalte Wind kriecht einfach überallhin. Also nichts wie zurück in den warmen Camper.
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 Samstag, 03.01.2026 - Avignon II

Heute abend wollen wir das festlich beleuchtete Avignon anschauen und dann essen gehen. Ich habe im "Bar à Vin Le 46" einen Tisch reserviert. 
Wir ziehen uns warm an und laufen dann los. Zuerst über die Brücke, wo der Wind einen fast wegpustet. Schnell rein in die Altstadt - die Stadtmauer hält wenigstens den Wind ein bisschen ab. Kalt ist es aber trotzdem. Und was uns auffällt: Keine Menschenseele unterwegs. Wir sind fast alleine unterwegs und das an einem Samstag abend. Gibt es in Avignon kein Nachtleben? Im Sommer wird doch immer damit geworben, was für eine pulsierende Stadt Avignon sei. Der Platz vor dem Papstpalast wie ausgestorben. Und wo ist das festlich beleuchtete Avignon? Nichts davon zu sehen. Wir haben auch keine Lust danach zu suchen. Wollen einfach nur ganz schnell ins Warme. Also machen wir uns auf den Weg zum Restaurant "Bar à Vin Le 46". Es ist eine Weinbar, wo man auch gutes Essen bekommt. Der Eingang ist in einer kleinen Passage. Fast hätten wir ihn übersehen. Als Vorspeise haben wir Jakobsmuscheln und foie gras genommen, dann gab es ein kleines "Amuse-Gueule". Dazu einen richtig guten Wein. Hansi hatte dann Gambas und ich habe mich für Fisch entschieden. Das Essen war lecker. Mal was ganz anderes, aber nicht zu abgehoben. Dann packen wir uns wieder ganz warm ein und gehen zurück zum Campingplatz. Wir sind immer noch fast alleine unterwegs. Gespenstisch irgendwie.

Sonntag, 04.01.2023 - Avignon III
Auch heute scheint die Sonne und es weht immer noch der eisige Wind. Hansi hat keine Lust mit mir durch Avignon zu laufen und in die Markthalle zu gehen. Kennen wir doch alles, denkt er.
Also gehe ich nach dem Frühstück alleine los. Es ist aber so kalt, dass ich nochmals zurückkomme und mich noch wärmer einpacke: Mütze, Schal, 3 Pullis, 2 Leggins und 2 Paar Socken - auf so eine Kälte waren wir überhaupt nicht eingestellt. Doch so lässt es sich aushalten, auch wenn ich mich wie das berühmte Michelin-Männchen fühle.
Ich schlendere planlos durch die Gassen von Avignon. Auch heute wirkt Avignon wie ausgestorben. Da wo im Sommer kein Durchkommen mehr ist, wo sich die Menschen durch die Gassen drängeln, ist keine Menschenseele. Avignon im Winter ist definitiv ein Geheimtipp - Tourifrei. 
Es macht einfach Spass, sich treiben zu lassen. Doch warum ist Avignon so ausgestorben? Liegt es an der Kälte? Am Sonntag? Wo sind die Einwohner? Sehr seltsam. Zum Schluss gehe ich noch zur Markthalle. Und voilà - hier in der Markthalle steppt der Bär - hier sind sie also alle. Hier gibt es jede Menge Stände für Käse, Wurst, Backwaren, Süssigkeiten, Fleisch, Obst und Gemüse, Honig, Pasta, Fisch und Meeresfrüchte. Und dazwischen immer wieder eine Bar, wo Bier, Wein oder Champagne ausgeschenkt wird, die Fisch-Stände bieten auch Austern-, Fisch- und Meeresfrüchteplatten an. Und die Tische sind fast alle besetzt. Wow. Schade, dass Hansi nicht mitgekommen ist. Das hätte ihm sicherlich auch gefallen. Ich kaufe ein paar Kleinigkeiten ein und schlendere dann genauso planlos zurück, wie ich hergeschlendert bin.
Am Ufer der Rhone, gegenüber vom Campingplatz, gibt es einen kleinen Food-Truck, der in Google tolle Bewertungen hat. Und Hansi wünscht sich heute abend Burger mit Pommes. Ich nehme einen Fischburger, Hansi bleibt bei der klassischen Variante.
 Montag, 05.01.2026 - The long way home I

Avignon war jetzt ein schöner Abschluss eines tollen Urlaubs. Wir haben jetzt noch zwei Fahrtage vor uns und wir werden dann dem Winter entgegenfahren.
Unser erster Stopp ist Seurre in der Saône auf einem Platz von Camping-Car-Park. Gut 5 Stunden Fahrt mit Päuschen und wir haben den Platz vorreserviert - somit haben wir alle Zeit der Welt. Das war jetzt nicht wirklich nötig, aber da wir das Zusatzmodul letzten Sommer gekauft haben, kostet die Reservierung nichts. 
Nun sind wir auch im Winter angekommen. Hier liegt zwar kein Schnee, aber durch die Saône ist alles durch den Raureif ganz weiss. Eine echt schöne Stimmung. Der Platz war früher mal ein Municipale und gefällt uns sehr sehr gut. Den Platz merke ich mir unbedingt, hier kann man auch mal zum Biken herkommen. Seurre liegt zwischen Dole und Beaune.

Dienstag, 06.01.2026 - The long way home II

Wir haben Zeit und da ich auf den Ort Seurre neugierig bin, gehe ich los, um einen Bäcker zu suchen. Erst an der Saône entlang - mega schön - dann in den Ort hinein - nichts Besonderes. Aber: Es gibt einen tollen Bäcker. Der Ausflug hat sich also gelohnt.  
Auch heute ist nur Fahren angesagt und auch heute stehen wir auf einem Camping-Car-Park-Platz, den ich schon reserviert habe. Also lassen wir uns beim Frühstück wieder viel Zeit.
Der nächste Platz ist Seltz am Rhein. Der Platz liegt an einem Badesee und an der Fähre Plittersdorf, die aber nicht für Wohnmobile geeignet ist.
Hier hat es nun auch Schnee. Doch irgendwie hat das was. Neben dem Platz soll es eine Auberge geben, wo es leckeren Flamkuchen gibt. Doch wir haben noch so viel Vesper im Kühlschrank und sind einfach auch viel zu faul, um den warmen Camper nochmals zu verlassen. Also gibt es das letzte Mal Vesper à la francaise. Die letzte Nacht im Camper nach 3 Wochen Roadtrip. Unsere Kuschelkiste wird uns fehlen.
Zum Stellplatz
 Mittwoch, 07.01.2026 - The long way home III

Und heute ist unser letztes Frühstück im Camper. Die Sonne scheint und es ist so richtig Winterwonderland. Auch hier gefällt es uns richtig gut, so dass es gut sein kann, dass wir hier auch mal für ein Wochenende her kommen. Nicht unbedingt auf den Stellplatz, doch eventuell auf den Campingplatz, der gleich nebenan liegt. Mal schauen.
Da wir nur 2 Stunden Fahrt vor uns haben, trödeln wir auch heute wieder rum und räumen schon ein paar Dinge auf, so lange der Camper noch kuschelig warm ist.
Wir kommen gut durch Pforzheim durch und sehen, wie die letzten Arbeiten am Tunnel und der neuen Verkehrsführung durchgeführt werden. Diese Woche öffnet die neue Fahrspur. Ob es dann besser wird? Mal schauen.
Am Stellplatz räumen wir den Rest um. Die Bikes nehmen wir mit nach Hause, die haben eine Inspektion dringend nötig. Uns fällt der Abschied nicht so wirklich schwer, weil wir nächste Woche schon wieder unterwegs sind. Winterleuchten in Bad Waldsee mit unseren Camperfreunden.

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Fazit

Wir sind jetzt bereits das zweite Mal über Weihnachten, also im Winter, in Südfrankreich unterwegs. Die grösste Herausforderung ist tatsächlich, geöffnete Campingplätze zu finden, da es wirklich nur eine handvoll davon gibt. Und die Campingplätze müssen dann auch tatsächlich alle vorreserviert werden. Die Plätze, die wir bisher besucht haben, waren alle komplett ausgebucht. Wählerisch darf man dabei natürlich auch nicht sein. Im Sommer, wenn wir sonst unterwegs sind, würden diese Plätze bei uns wahrscheinlich nicht in die engere Auswahl Auswahl. Für den Winterurlaub sind sie aber alle eine gute Wahl. Da war bisher noch kein einziger Ausreiser dabei. Wir haben uns überall wohl und willkommen gefühlt.

Stellplätze sind direkt an der Küste rar und kommen für uns auch nicht in Frage. Wir sind ja meistens immer ein paar Tage geblieben und haben dann die Annehmlichkeiten eines Campingplatzes voll genossen: Warme Sanitärgebäude, warme Spülhäuschen, Müllcontainer, Strom für die Heizung und eine Laverie auf dem Platz. Vor allem in den ersten Tagen in der Carmargue als das Wetter mal nicht so gut war.

Wer über Weihnachten in Südfrankreich unterwegs ist, dem muss unbedingt auch klar sein, dass es Winter ist und man meistens doch eine Jacke und lange Hosen braucht. Wir hatten im Schnitt 15 - 17 Grad, wenn die Sonner herauskam, war es angenehm warm, sobald es windet, war es doch recht frisch. Auch mit Schnee - den gab es ein paar Tage nach unserem Aufenthalt - oder eben einem eisigen Mistral - wie in Avignon - muss man rechnen. Und dieses Jahr hat das Wetter besonders viele Kapriolen geschlagen - in Spanien gab und gibt es heftige Unwetter, mit Starkregen, Sturm und eben auch Schnee.

Wir schätzen diese Reisezeit jedoch auch deshalb, weil kaum Touristen unterwegs sind. Wir mögen die kleinen Orte an der Küste, doch würden wir im Sommer nie und nimmer dort Urlaub machen wollen. Einfach weil die Orte gnadenlos überlaufen sind. Nichts für uns. So können wir also im Winter auch Orte besuchen, die wir sonst meiden.

Wenig Touristen heisst aber natürlich auch wenig Infrastruktur. Während es in Villeneuve-Loubet und Sanary-sur-mer noch jede Menge geöffneter Boutiquen, Souvenir- und Einkaufsläden, Restaurants und Bars gab, war in der Carmargue - und letztes Jahr in Giens -fast alles geschlossen.

Wir hatten jedoch auch dieses Jahr wieder einen wundervollen Urlaub, haben uns sehr gut erholt, haben viel gesehen und konnten auch ein bisschen Sonne tanken. Wir waren ganz sicher nicht das letzte Mal im Winter unterwegs. Gerne würden wir mal die Küste runter bis zur spanischen Grenze fahren, doch bisher habe ich gerade in dieser Ecke noch keinen oder nicht ausreichend geöffnete Campingplätze entdeckt. Mal schauen, wo es uns nächstes Jahr hinzieht.


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